Demenz im öffentlichen Raum
Demenz als Thema für bildende Kunst und Literatur erzählt Geschichten und schärft den Blick für das feine Dazwischen, das in der Begegnung mit Menschen mit Demenz so wesentlich ist.
Die Aufgabenstellung ist sehr frei, Erfahrungen mit Menschen mit demenziellen Veränderungen ist zwar keine Voraussetzung, diese wird aber von so vielen Kunstschaffenden erfüllt. Die Schriftstellerin Gabriele Bösch beispielsweise begleitet mehrmals in der Woche eine Frau mit Demenz durch die Tage, notiert dabei wundersame Begebenheiten und erlaubt mit ihrer Arbeit „Der Prophet“ einen Blick in den Mikrokosmos eines langen, niemals endenden Dialogs. Man möchte immer weiter zuhören dürfen.
Gerd Menia nimmt sich in seiner Arbeit „verwoben“ ebenfalls einen Mikrokosmos vor, sein imaginäres Vergrößerungsglas taucht ein in das Dickicht einer simplen Wiese, wie wir sie vor unseren Haustüren finden. Ihre Verdichtung, ihr Verwobensein und ihr pulsierendes Leben werden sichtbar, weil mit feinen Tuschzeichnungen freigelegt wird, was ihre Grenzen ausmacht, wo das feine Dazwischen liegt.
„Als wären Worte Wolken“, lautet der Titel der Arbeit von Yvette Heller und Gabriele Ulmer. Sie gehen der Frage nach, welchen Einfluss es auf die Kommunikation hat, wenn uns Wörter fehlen, Sätze oder Zusammenhänge. Dabei reduzieren und zergliedern die beiden Künstlerinnen einen Text in die kleinsten Elemente der Sprache. Sie durchmischen Buchstaben und Laute nach dem Prinzip Chaos und Ordnung und zerlegen sie in noch kleinere Teile. Neben klar erkennbaren Schriftzeichen sind Fragmente sichtbar. Diese Teile scheinen sich zu ordnen oder sich aufzulösen oder sich zu verflüssigen wie Moleküle oder wie Wolken am Himmel.




