Demenz vorbeugen?
Sicher ist: Keiner kann sich vor einer demenziellen Erkrankung schützen.
Allerdings kann eine bewusste Lebensführung helfen, die Risikofaktoren für eine mögliche Erkrankung so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, auf eine ausgewogene, fett- und cholesterinarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die zudem reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin C, E und Beta-Karotin ist, zu achten. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes mellitus unbedingt zu behandeln und vor allem sowohl geistig wie auch körperlich aktiv zu bleiben und Sozialkontakte wahrzunehmen und zu pflegen.
Es gibt derzeit keine medizinische Heilmethode gegen eine Demenzerkrankung, es gibt aber sehr wohl einige von der WHO empfohlene Maßnahmen zur Vorbeugung einer demenziellen Erkrankung.
Regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen stark empfohlen
Bewegung steht an erster Stelle der WHO-Empfehlungen. Begründet wird dies unter anderem mit günstigen Einflüssen von Bewegung auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Hirnstrukturen. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche mit mittlerer Intensität oder 75 Minuten mit höherer Intensität. In den Bewegungsempfehlungen wird der Mix aus Alltagsaktivitäten, Ausdauertraining und muskelkräftigenden Aktivitäten genau erklärt. Mit dem Rauchen aufzuhören, wird auch als stark empfehlenswerte Maßnahme zur Demenzvorbeugung genannt, da ein Rauchstopp auch viele andere Vorteile für die Gesundheit mit sich bringt. Weitere starke Empfehlungen sind eine gutes Behandlungsmanagement von Bluthochdruck und Diabetes. Hingegen wird von Vitamin E und B sowie bestimmten Fettsäure-Ergänzungsmitteln zur Demenzvorbeugung abgeraten.
Die Grundlagen der WHO-Leitlinien zur Demenzvorbeugung
Das Alter gilt zwar als stärkster Risikofaktor für geistigen Abbau. Die WHO-Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass Demenz keine unvermeidbare Folge des Alterns ist. Zahlreiche Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen Demenz und Lebensstilfaktoren, wie körperliche Aktivität, Tabak- und Alkoholkonsum oder ungesunden Ernährungsgewohnheiten. Auch bestimmte Erkrankungen stehen mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung, z.B. Bluthochdruck, Diabetes, zu hohes Cholesterin, Fettleibigkeit und Depression. Diese beeinflussbaren Risikofaktoren könnten durch vorbeugende Maßnahmen, z.B. im Rahmen von Präventionsprogrammen, beeinflusst werden. Die neue Leitlinie würde eine fundierte, evidenzbasierte Grundlage, z.B. für die Beratung von Patientinnen und Patienten oder für Präventionsprogramme darstellen, so die WHO. Viele der Risikofaktoren für Demenz gelten auch für andere nichtübertragbare Erkrankungen, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erworbene Stoffwechselerkrankungen. Ein wichtiger Teil von nationalen Demenzstrategien ist auch die Unterstützung von pflegenden Angehörigen, so die WHO.
Quelle: www.gesundheit.gv.at
Weitere Informationen: www.who.int