Aktion Demenz Lauterach

Im Jahr 2012 wurde die Aktion Demenz durch Lauterach erweitert, die Koordination ist im Case Management der Gemeinde verankert. Die enge Zusammenarbeit der unteren Rheintalgemeinden erlaubt immer wieder wirkungsvolle Impulse mit geteilten Aufgaben, so können mehr Besucher*innen aus der Region erreicht werden - die Initiative zur Zusammenarbeit kommt oft auch aus Lauterach.

Nebahat Inan über ihre Arbeit in Lauterach:

"Ich arbeite als Case Managerin und Aktion Demenz Beauftragte in der Gemeinde und sehe den dringenden Bedarf, dass Betroffene und Angehörige gut informiert und begleitet sind. Deshalb nehme ich mir viel Zeit für Gespräche, höre zu und erkläre ruhig und verständlich, was Demenz bedeutet und welche Hilfen es gibt. Mit Betroffenen offen über die Krankheit zu sprechen ist oft nicht leicht. Viele merken zwar, dass sich etwas verändert, wollen es aber nicht wahrhaben oder lehnen Unterstützung ab. Auch Angehörige sind oft überfordert oder reagieren mit Ablehnung. Das macht die Begleitung manchmal sehr schwierig.

Ich wünsche mir, dass offener über Demenz gesprochen wird – auch in Familien mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Es sollte mehr einfache und verständliche Informationen geben. Beratungen sollten auch in anderen Sprachen möglich sein und auf die Kultur der Familien eingehen. Es wäre auch leichter, wenn Fachkräfte, Familien und die Gesellschaft besser zusammenarbeiten würden – damit Menschen mit Demenz gut begleitet werden können.

Mich berühren viele Begegnungen, aber eine Frau im frühen Demenzstadium ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie war sehr reflektiert, hat über ihre Vergesslichkeit gesprochen und die Krankheit angenommen. Schwieriger war es für ihren Mann – er konnte mit der Veränderung nicht umgehen und machte ihr oft Vorwürfe. Ich hätte ihn gerne beraten, aber sie wusste, dass er das ablehnt. Gerade in Partnerschaften oder Familien, in denen Demenz ein Tabuthema ist, braucht es viel Fingerspitzengefühl. Trotzdem war es beeindruckend, wie offen und stark die Frau mit ihrer Situation umging.

Wichtig ist, dass nicht nur Angehörige Bescheid wissen, sondern zum Beispiel auch Nachbarn, Vereine, Apotheken oder Banken. Deshalb informieren wir regelmäßig mit Vorträgen und Veranstaltungen, denn wenn mehr Menschen über Demenz informiert sind, wird das soziale Leben für Betroffene etwas einfacher."

Nebahat Inan

Marktgemeindeamt Lauterach
Case Management

Hofsteigstraße 2a, 6923 Lauterach

nebahat.inan(at)lauterach.at
+43 5574 6802-16
www.lauterach.at