Entstehung der Aktion Demenz

Am 24. April 2007 lud die connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege Prof. DDr. Reimer Gronemeyer zu einem Gedankenaustausch ein. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der connexia nahmen an diesem Zusammentreffen auch Waltraud Gollner und Peter Hämmerle vom Amt der Vorarlberger Landesregierung teil. Dieser sehr anregende Nachmittag veranlasste Mag. Martin Hebenstreit, Geschäftsführer der connexia, ein erstes Konzept für die Umsetzung der Aktion Demenz in Vorarlberg zu erarbeiten. Dabei stand ihm Prof. DDr. Reimer Gronemeyer mit seinen Erfahrungen von der gleichnamigen Initiative in Deutschland unterstützend zur Seite. Dank dieser Vorarbeiten gelang es binnen kurzer Zeit, sowohl die Unterstützung seitens des Landes zu erhalten, namentlich von Landesrätin Dr.in Greti Schmid und Peter Hämmerle, als auch namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus dem Betreuungs- und Pflegenetz und der Gerontopsychiatrie für die Mitarbeit zu gewinnen.

Demenzfreundliche Gemeinde, ein erster Arbeitsschwerpunkt

Im Laufe des Jahres 2008 fanden sich neun Gemeinden, die bereit waren, sich intensiv mit dem Thema Demenz zu befassen. Seither hat sich ihre Zahl deutlich vergrößert, wir erreichen mit den inzwischen 53 Modellgemeinden über 60 Prozent der Bevölkerung Vorarlbergs. Projektgruppen in jeder Gemeinde setzen die für ihre Region geeigneten Maßnahmen, um den Betroffenen und ihren Angehörigen ein demenzfreundliches Umfeld zu bieten. Die Angebote und Impulse sind so unterschiedlich wie die Menschen, für die sie gedacht sind, und es bedarf einer gewissen Beweglichkeit, um auf neue Anforderungen zu reagieren. Wir haben allerdings in Vorarlberg, bedingt durch die räumliche Nähe und durch die vorwiegend ländlichen Strukturen, eine privilegierte Situation – die Vernetzung innerhalb der Projektgruppen funktioniert  gut, der Austausch wird gewünscht und gepflegt, Erfahrungen geteilt und die Motivation bleibt auf einem hohen Niveau. Zum Glück, denn die demografische Entwicklung macht auch vor Vorarlberg nicht halt und bedeutet konkret, dass wir uns in Zukunft mit dem Thema Demenz noch intensiv beschäftigen müssen.

Ein zweites Schwerpunktthema

Im Jänner 2012 übernahm Daniela Egger das Projektmanagement der Aktion Demenz – sie bringt ein umfangreiches Netzwerk aus dem Kultur-Bereich Vorarlbergs mit, passend zum von der Lenkungsgruppe definierten Schwerpunkt des Jahres 2013: Nach fünf Jahren Aktion Demenz ist es jetzt an der Zeit, die Sensibilisierung einer neuen Schicht der Bevölkerung zu beginnen, nämlich Menschen, die weder privat noch beruflich mit dem Thema Demenz konfrontiert sind. Diese zu erreichen ist ebenso wichtig, um das Image dieser Krankheit zu verändern. Mit dem Blick auf die noch vorhandenen Ressourcen und mit dem Ziel, eine möglichst lange Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen, wird die „Herausforderung Demenz“ ins öffentliche Bewusstsein gerückt.