Post Diagnostic Support
Das kostenlose Angebot des „Post Diagnostic Support“ unterstützt Menschen, die Demenz vermuten oder gerade eine Diagnose erhalten haben. Gemeinsam erarbeiten psychiatrische Krankenpfleger*innen mit Betroffenen und pflegenden Angehörige einen Plan, wie für alle am meisten Lebensqualität bewahrt werden kann. Das Angebot ist kostenlos und für alle zugänglich, die ihren Wohnsitz in einer der folgenden Gemeinden gemeldet haben: Fraxern, Klaus, Laterns, Röthis, Sulz, Viktorsberg, Weiler, Zwischenwasser, Rankweil, Übersaxen, Meiningen
Terminvereinbarungen beim Post Diagnostic Support sind wie folgt möglich:
Di, Mi, Do von 8 bis 11.30 Uhr
Wohnort: Fraxern, Klaus, Laterns, Röthis, Sulz, Viktorsberg, Weiler, Zwischenwasser
Ansprechperson: DGKPin Judith Mittelberger, +43 (0) 664 88969756
Wohnort: Rankweil, Übersaxen, Meiningen
Ansprechperson: DGKPin Heike Fessler, +43 (0) 664 88969758
„Die heile Welt aufrechtzuerhalten“ ist der häufigste Wunsch von Menschen, die bei sich oder Angehörigen Demenz vermuten. Oft haben sie Angst vor dem was kommen wird, sind verunsichert und zögern eine Abklärung lange hinaus. Am Guten festzuhalten und sich nicht mit negativen Gedanken zu belasten, ist grundsätzlich eine gute Lebenseinstellung. Bei einer Krankheit wie Demenz raten Expert*innen jedoch davon ab. Eine Auseinandersetzung mit der Krankheit ist wichtig und wenn präventive Maßnahmen gleich nach der Diagnose gesetzt werden, sind Betroffene auch meist noch in der Lage, selbstbestimmte Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Wird zu lange gewartet, geht durch das Fortschreiten der Krankheit Wissen verloren und oftmals müssen fremde Menschen über sehr persönliche Dinge entscheiden.
Um dieser Situation vorzubeugen, wurde der „Post Diagnostic Support“ ins Leben gerufen, der vom Land und den beteiligten Gemeinden aus Mitteln des Sozialfonds finanziert wird und bislang für die Region Vorderland, Rankweil, Meiningen und Übersaxen angeboten wird. Personen, die dort ihren Wohnort haben, können den Service kostenlos in Anspruch nehmen.
Der Begriff kommt aus Schottland, wo eine regelmäßige Demenz-Abklärung ab 60 Jahren zum Standard der Vorsorge-Untersuchung gehört. „Post Diagnostic Support“ heißt wortwörtlich „Unterstützung nach der Diagnose“ und bedeutet kostenlose und unverbindliche Unterstützung für:
- Betroffene und Angehörige, die Demenz vermuten und eine Abklärung wünschen
- Betroffene und Angehörige in der ersten Zeit nach der Diagnose
„Gerade die Zeit nach der Diagnose ist sehr wertvoll, um eine möglichst langwährende Selbstbestimmung der Menschen mit einer Demenzdiagnose zu sichern“, erklärt Judith Mittelberger. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Heike Fessler ist sie im „Post Diagnostic Support“ tätig. Beide sind diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Pflegefachkräfte mit mehrjähriger Erfahrung in der Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz. Im Rahmen ihrer Tätigkeit kommen sie nach Terminabsprache zu den Betroffenen nachhause. Dort finden eine professionelle Ersteinschätzung und ein unverbindliches Beratungsgespräch statt. Dass solche Treffen im häuslichen Umfeld stattfinden können ist wichtig, da eine Terminvereinbarung an einem fremden Ort für ältere Personen oft eine große Hürde darstellt.
Der „Post Diagnostic Support“ hilft Betroffenen sowie deren Angehörigen die Diagnose Demenz und ihre Konsequenzen zu verstehen. Gemeinsam erarbeiten sie verschiedene Ziele, welche schlussendlich einen Unterstützungsplan für eine möglichst stabile Situation ergeben. Das Angebot hilft nicht nur den Betroffenen selbst, sondern entlastet auch die Angehörigen und das ganze Familiensystem.